
„Es geht nicht nur um trockene Druckluft – sondern darum, den Prozess im Griff zu haben“

Marketing Specialist
Wie entsteht ein Adsorptionstrockner, der nicht nur zuverlässig trocknet, sondern auch im realen Anlagenbetrieb überzeugt? Mit dem DRYPOINT® ACM erweitern wir unser Portfolio um eine neue Baureihe für mittlere Volumenströme. Im Interview sprechen Produktmanager Huafeng Zhao, Projektmanagerin Sylke Waldschmidt-Schroer und Entwicklungsingenieur Simon Reuter über transparente Prozessführung, praxisgerechte Entwicklung und die Anforderungen moderner Druckluftsysteme.
Huafeng, mit dem DRYPOINT ACM bringt BEKO TECHNOLOGIES eine neue Baureihe auf den Markt. Worum geht es dabei konkret?
Huafeng: Mit dem DRYPOINT ACM erweitern wir unser Portfolio gezielt im Bereich der Adsorptionstrocknung für mittlere Volumenströme. Nach dem DRYPOINT ACC im kompakten Segment schließen wir damit eine Lücke und bieten eine abgestufte Lösung für unterschiedliche Leistungsbereiche. Im Mittelpunkt der Entwicklung stand für uns nicht nur die reine Trocknungsleistung, sondern vor allem die Frage, wie sich der Trockner im realen Anlagenbetrieb verhält und bedienen lässt.
Simon, was unterscheidet den DRYPOINT ACM von typischen Adsorptionstrocknern dieser Bauart?
Simon: Das Grundprinzip der Adsorptionstrocknung ist etabliert. Der Unterschied liegt aus unserer Sicht in der Umsetzung im Detail. Ein wichtiger Punkt ist die Nachvollziehbarkeit des Prozesses. Die Steuerung zeigt klar, in welchem Zustand sich der Trockner befindet und wie der Prozess aktuell abläuft. Das hilft dem Betreiber, Situationen besser einzuordnen und fundierter zu reagieren. Ein zweiter Punkt ist der Aufbau des Geräts. Wir haben bewusst darauf geachtet, die Bedienung und den Anschluss bzw. die Wartung voneinander zu trennen. Die Bedienung mit einem Farbdisplay befindet sich vorne, während alle anschluss- und wartungsrelevanten Komponenten auf der Rückseite zugänglich sind.
Sylke – dein Kollege Huafeng hatte gerade die Entwicklung angesprochen. Was hat sich hier im Vergleich zu früher geändert?
Sylke: Die Vorgängergeneration wurden in diesem Segment von einem erfahrenen OEM-Partner gefertigt. Das war eine bewährte Zusammenarbeit mit hoher technischer Kompetenz. Mit dem DRYPOINT ACM haben wir uns jedoch bewusst dafür entschieden, ein eigenes, konsequent auf Kundenanforderungen ausgerichtetes Konzept umzusetzen. Dazu gehörte auch, dass Entwicklung und Produktion enger zusammengeführt werden. Die Fertigung erfolgt heute in unserem Werk in Netphen im Sauerland – dort, wo auch unsere EVERDRY-Adsorptionstrockner gebaut werden.
Welche Vorteile ergeben sich daraus konkret?
Sylke: Vor allem eine höhere Durchgängigkeit im Systemdesign. Wenn Entwicklung, Konstruktion und Produktion eng verzahnt sind, lassen sich Anforderungen aus der Praxis direkter umsetzen. Gleichzeitig profitieren wir davon, dass wir auf bestehende Erfahrung und Fertigungsstrukturen aufbauen können. Das ermöglicht eine sehr gezielte Weiterentwicklung, nicht nur auf Komponentenebene, sondern im gesamten System. Wir haben mehr direkten Einfluss auf Auslegung, Qualität und Weiterentwicklung.
Welche Rolle spielt die Steuerung im Gesamtkonzept?
Huafeng: Eine sehr zentrale Rolle. In vielen Anlagen sind Drucklufttrockner funktional zuverlässig, aber ihr Zustand ist nicht immer sofort ersichtlich. Wir wollten eine Lösung, bei der der Betreiber nicht nur Werte sieht, sondern versteht, was im System passiert. Deshalb haben wir viel Wert auf eine intuitive, klare Darstellung der Prozesszustände gelegt. Das Farbdisplay unterstützt dabei eine schnelle und eindeutige Orientierung im Betrieb. Zudem sorgt die Steuerung mit Kompressorgleichlauf und direkt einstellbaren Parametern für einen effizienten und anwenderfreundlichen Betrieb. Unser Ziel ist nicht, mehr Daten zu liefern, sondern die richtigen Informationen verständlich darzustellen.
Simon, welche Bedeutung hat die Erfahrung aus den EVERDRY-Systemen?
Simon: Eine sehr große. Die Zusammenarbeit mit den Experten aus dem EVERDRY-Umfeld hat uns ermöglicht, auf umfangreiche Erfahrung aus anspruchsvollen Anwendungen zurückzugreifen. Dabei geht es weniger um einzelne Komponenten, sondern um das Zusammenspiel des gesamten Systems – also um Anlagenlogik, Dimensionierung und Verhalten unter realen Bedingungen. Diese Erfahrung ist direkt in die Entwicklung des DRYPOINT ACM eingeflossen und hat sich schon in den vorliegenden, hervorragenden Testergebnissen gezeigt.
Und für welche Anwendungen ist der DRYPOINT ACM besonders geeignet?
Huafeng: Immer dann, wenn stabile Drucktaupunkte entscheidend sind und Abweichungen Auswirkungen auf den Prozess haben können. Das betrifft beispielsweise Anwendungen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, in der Chemie- oder Pharmaindustrie, aber auch im Maschinenbau oder in sensiblen Produktionsprozessen.
Abschließend gefragt - Huafeng, worin liegt für dich der größte Mehrwert des DRYPOINT ACM?
Huafeng: Der größte Mehrwert des DRYPOINT ACM liegt für mich in der Kombination aus Sicherheit, Transparenz und einfacher Bedienung. Der Trockner arbeitet zuverlässig im Hintergrund und macht seinen Betriebszustand klar verständlich. So kann der Betreiber schneller reagieren, bessere Entscheidungen treffen und seine Prozesse stabil halten. Genau das macht den DRYPOINT ACM im Alltag so wertvoll.


