Druckluft in der Lebensmittel-Branche

Ein Rundgang durch die Unternehmen der Getränke- und Lebensmittelindustrie deckt den umfassenden Einsatz von Druckluft und die damit verbundene Bedeutung für den Herstellungsprozess auf. Verunreinigungen in der Druckluft, wie z.B. Mikroorganismen, Mineralöle, Öle und Partikel, sind ein echtes Problem und müssen durch Druckluftaufbereitung entfernt oder reduziert werden. Dieses geschieht, um den Verbraucher zu schützen und eine sichere und kosteneffiziente Produktion zu gewährleisten.

Speziell für den Einsatz von Druckluft im Lebensmittelbereich gibt es keine international gültigen Gesetzte und Richtlinien. Allgemeine Empfehlungen und Vorgaben können aus der DIN-ISO 8573-1 sowie den darauf basierenden Richtlinien und Empfehlungen VDMA und BCAS entnommen werden.

Allgemein ist zu sagen, dass die Hersteller selbst eine hohe Qualität der Druckluft, wie z. B. Öl- und Keimfreiheit, fordern. Dies ist entscheidend, da die Verordnung (EG) Nr. 178/2002 die Hersteller in die Pflicht nimmt, ein sicheres Produkt zu erzeugen. Ebenfalls ist der Nachweis der Einhaltung durch eine kontinuierliche Messung (24/7) auch im Hinblick auf das freiwillige HACCP Konzept oder das operative Präventivprogramm (OPRP) ein wichtiges Thema.

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Anwendungen in der Lebensmittel-Branche

Steuerung von Anlagen

In der Produktion von Lebensmitteln und Getränken werden bei der Vielfalt der Produkte ebenso unterschiedliche Maschinen und Werkzeuge benötigt, darunter auch pneumatische Geräte. Die Druckluft wird hier meist als Steuerluft, d.h. als pneumatischer Antrieb zur Steuerung von Greifern oder Ventilen verwendet. An die Materialen der pneumatischen Geräte werden Ansprüche, wie korrosionsbeständig, ungiftig und nicht-absorbierend, gestellt. Die Anforderungen an die Druckluft selbst hängen vor allem davon ab, ob sie mit den Nahrungsmitteln in direkten Kontakt kommt oder nicht. 

In Bereichen, in denen die Druckluft zur Steuerung eingesetzt wird, gelangt diese selten in direkten Kontakt mit den Lebensmitteln, dennoch ist eine optimale Druckluftaufbereitung wichtig. Verunreinigungen in der Druckluft können den Verschleiß der Komponenten beschleunigen und zum Verklemmen der Komponenten führen. Durch die Einhaltung der Druckluftqualität und eine optimale Auslegung können somit Ausfallzeiten und Energiekosten minimiert sowie Produktkontaminationen verhindert werden.

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DPM Feuchtemessung  METPOINT Monitoring  Adsorptionstrockner 
 

Verpacken und Abfüllen

Beim Verpacken und Abfüllen von Produkten muss der Zustand des Endproduktes unverändert bleiben. Die Getränke und Lebensmittel müssen somit schonend behandelt werden und es darf zu keiner Kontaminierung kommen. Dies bedeutet, dass die eingesetzte Druckluft in diesem Bereich öl- und keimfrei sein muss. Im Bereich Verpackungen und Abfüllen bei Lebensmitteln wird die sogenannte Sterilluft im Prozess z.B. beim Tiefziehen von Bechern, Thermoformen von anderen Verpackungen, Aufblasen von Verpackungen und Abfüllen von Flüssigprodukten benötigt. Ebenfalls wird die Druckluft zum Ausblasen von Fehlproduktion oder zum Reinigen von Verpackungsmaterialen genutzt.

Bei Getränken wird Druckluft unter anderem benötigt, wenn PET-Falschen zum Abfüllen benutzt werden. Die Flaschen werden dabei durch sogenanntes Streckblasen mit Druckluft aufgeblasen. Ferner wird Druckluft allgemein für die Reinigung von Flaschen benutzt, beispielsweise werden hierdurch Verunreinigungen wie Staub entfernt. In Brauereien werden Flaschen mit Kronkorken verschlossen, die mit Druckluft transportiert werden. Ist die Druckluft hier mit Öl verunreinigt, dann vermindert dieses später die Schaumbildung beim Bier. Hier wird deutlich, inwiefern die Druckluft Auswirkungen auf die wichtigen sensorischen Eigenschaften des Produkts haben kann. 

Weitere Anwendung findet Druckluft bei Flaschensortieranlagen oder beim Aufbringen der Etiketten.

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Transporte in der Produktion

In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie werden viele Rohstoffe verarbeitet und transportiert. Lose Lebensmittel, wie Granulate, Reis, Getreide, Zucker oder Kaffee werden in Silos und Tanks transportiert. In den allgemeinen Regeln für Lebensmitteltransporte ist unter anderem festgehalten, dass Lebensmittel nur in gekennzeichneten Transportbehältern befördert werden dürfen und besonderen Hygieneanforderungen unterliegen. Zum Entladen wird oftmals Druckluft verwendet, die dann in direkten Kontakt mit den Lebensmitteln gelangt. Die vorherigen Maßnahmen für die Behälter wären hinfällig, wenn die Druckluft verunreinigt ist und es so zu einer Kontamination kommt. Bei trockenen losen Lebensmitteln ist auch eine trockene Druckluft besonders wichtig, da es sonst zu Verklumpungen kommen kann. 

Aber nicht nur die Rohstoffe, sondern auch die End- und Zwischenprodukte im Herstellungsprozess müssen von einem Prozessschritt zum nächsten befördert werden. Beispielsweise werden sowohl die Zutaten für Schokolade als auch die produzierte Kakaomasse pneumatisch gefördert. Diese wird mit Hilfe der Molchtechnik aus der Rohrleitung geschoben, wobei die Druckluft benötigt wird, um den Molch zu schieben.

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Lebensmittelherstellung

Bei dem Einsatz von Druckluft im Herstellungs- und Verarbeitungsprozess von Lebensmitteln muss diese immer öl- und keimfrei sein, da die Druckluft in direkten Kontakt mit den Produkten gelangt. Deshalb wird eine entsprechende Druckluftaufbereitung benötigt, z.B. mit einem Sterilfilter für direkte Produktberührung. Da es keine Auflagen für die Überwachung der Druckluft gibt, sind die Hersteller eigenverantwortlich. Ein kontinuierliches Monitoring der Druckluftqualität sorgt für Prozesssicherheit und vermindert Fehlproduktion. Denn hierzu könnte es, beispielsweise im Rahmen der Eisherstellung, leicht kommen. Bei diesem Prozess wird Druckluft in die Eis-Grundmasse eingeblasen, um diese aufzuschlagen. Wenn die Druckluft nicht diese notwendige Reinheitsklasse hat, wird die Eiskonsistenz negativ beeinflusst. 

Bei der weiteren Verarbeitung von Lebensmitteln wird Druckluft u.a. zum Abkühlen von Gebäck und Schokolade, beim Abblasen von Teig- und Schokoladenresten, Besprühen und Glasieren von Teigwaren sowie zum Coating von Kartoffelprodukten verwendet. 
 
Daneben kann Druckluft zur Reinigung genutzt werden, zum Ausblasen von Formen, bei der CIP Reinigung von Produktionsanlagen oder zum Waschen von Obst und Gemüse. Hier wird Druckluft dem Wasser zugeführt, damit dieses sich bewegt und bessere Wascheffekte erzielt werden.

Empfehlenswerte Produkte:
Messtechnik Monitoring CLEARPOINT Sterilfilter  BEKOBLIZZ Druckluftkühler

Fermentierung

Bei der Lebensmittelherstellung spielen neben den mechanischen Prozessen auch biotechnologische Prozesse, sogenannte Fermentationsprozesse, eine Rolle. Dieser Prozess wird durch Fremdorganismen gestört, weshalb es unabdingbar ist, dass prozessfremde Organismen entfernt werden. Deshalb müssen die beteiligten Stoffe und die Anwendung steril sein. Dies gilt natürlich auch für die Druckluft, für deren Aufbereitung oftmals ein Sterilfilter verwendet wird. Druckluft wird beispielsweise für die Belüftung der Würze bei Brauerei-Prozessen, zur Produktion von Stickstoff oder zum Mischen und Transport von Hefe beim Gärprozess eingesetzt. 

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Messtechnik Monitoring CLEARPOINT Sterilfilter  BEKOBLIZZ Druckluftkühler

Anwenderberichte

Druckluft im direkten Lebensmittelkontakt bei MEGGLE

Pulverförmige Lactose wird bei der Meggle AG mit Druckluft durch Rohrleitungen bewegt. Absolut trocken und ölfrei muss die Förderluft sein, damit die Lactose nicht verklumpt. Dies garantieren EVERDRY Adsorptionstrockner und Aktivkohleadsorber von BEKO.

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Druckluft für pulverförmige Rohstoffe

Rund 150 Tonnen pulverförmiger Rohstoffe für Milchaustauscher müssen täglich beim Unternehmen Nukamel von Tanklastzügen in Silos befördert werden. Als Transportmedium dient niedrig verdichtete Druckluft als Förderluft. Enthält sie zu viel Feuchtigkeit, droht die Verklumpung.

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Saubere Luft in der Nahrungsmittelverarbeitung

Um den extrem hohen Anforderungen an die Druckluft im Nahrungsmittelbereich zu genügen, nutzt die Fa. Nölke in Versmold unseren METPOINT OCV zur Überwachung ihrer Druckluft. Diese wird hier in der Wurstproduktion als Steuer- und Förderluft eingesetzt.

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Druckluftaufbereitung in der Getränkeindustrie

Auf Grund der äußerst strengen Vorschriften im Lebensmittelbereich setzt die RheinfelsQuellen H. Hövelmann GmbH & Co. KG zwei BEKOKAT ein, um eine absolut ölfreie Druckluft zu erzeugen, gerade weil die Luft als Prozessluft teilweise in direkten Lebensmittelkontakt kommt.

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